Wenn der Angriff im Posteingang beginnt
Die größte Sicherheitslücke in Ihrem Unternehmen steht nicht etwa im Serverraum, sondern sie sitzt am Schreibtisch. Genau aus diesem Grund zielen viele Cyber-Angriffe heut nicht mehr auf Systeme, sondern ganz bewusst auf Menschen. Social Engineering heißt das Vorgehen, bei dem Angreifer gezielt menschliche „Schwächen“ wie Hilfsbereitschaft oder Zeitdruck ausnutzen und dadurch Situationen schaffen, wie sie im Arbeitsalltag ständig vorkommen können. Betroffene Unternehmen geraten nicht selten mit erstaunlich einfachen Methoden ins Visier von Cyber-Kriminellen. Meist ist nicht einmal mehr komplexe Schadensoftware dafür notwendig. Eine gut formulierte Mail, die zur richtigen Zeit an die richtige Person geschickt wird, reicht oft aus. Eine dringende Zahlungsaufforderung eines vermeintlichen Lieferanten oder täuschend echte Login-Links sind wiederkehrende Beispiele aus der Praxis. Hinzu kommt, dass Angreifer zunehmend professioneller werden: Tonalität und Gestaltung sind heute so überzeugend, dass selbst erfahrene Mitarbeiter
ins Zweifeln geraten – oder eben nicht. Erst wenn der Schaden bereits eingetreten ist, bemerken Unternehmen, dass Daten abgeflossen oder Zahlungen fehlgeleitet wurden. Dahinter steckt eine Technik, die sich rasant weiterentwickelt. Was gleich bleibt, ist das Einfallstor: der Mensch.
Entsprechend gewinnt das Thema auch regulatorisch an Gewicht. Da die steigende Zahl erfolgreicher Cyber-Angriffe nicht nur wirtschaftliche Folgen für einzelne Unternehmen hat, sondern zunehmend ganze Lieferketten und Infrastrukturen betroffen sind, reagiert die Europäische Union jetzt mit der neuen NIS-2-Richtlinie auf diese Entwicklung. Dabei sollen die Anforderungen an die Cyber-Sicherheit ausgeweitet werden, was künftig deutlich mehr Unternehmen verpflichtet, sich stärker mit der eigenen IT auseinanderzusetzen. Gefordert werden unter anderem ein systematisches Risikomanagement, klare Zuständigkeiten, Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen sowie Maßnahmen zur Schulung von Mitarbeitern. Beachten Sie: Da die Verantwortung ausdrücklich auf Leitungsebene liegt, wird Cyber-Sicherheit damit zu Ihrer unternehmerischen Kernaufgabe. Es wird künftig nicht mehr reichen, sich allein auf technischen Schutz zu verlassen. Gefragt ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Organisation, Prozesse und Menschen gleichermaßen einbezieht.
Weil sich jedoch selbst bei hoher Sensibilität für das Thema und guten Sicherheitsstrukturen Angriffe nicht immer vollständig vermeiden lassen, ist es essenziell, für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Eine starke Cyber-Versicherungslösung kann einen entscheidenden Beitrag leisten. Übernommen werden beispielsweise Kosten für IT-Forensik oder die Wiederherstellung von Daten. Gleichzeitig bieten viele Konzepte auch präventive Bausteine, die Sie im Alltag unterstützen.
Als Ihr kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Thema Versicherungen begleiten wir Sie nicht nur bei der Auswahl passender Lösungen, sondern auch bei der Einordnung Ihrer individuellen Risikosituation. Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihr Unternehmen versicherungstechnisch sinnvoll aufstellen können.